Kleine Fluchten – Die Verbotene Stadt

Ein guter Freund machte uns auf eine neue Tour von 4×4 Adventures aus der Reihe Kleine Fluchten aufmerksam: Die Verbotene Stadt. Da wir nun schon mehrmals gut mit dem Veranstalter unterwegs waren und ein Beifahrer-freies Wochenende anstand, wurde spontan die Tour gebucht. Weiterhin hatten wir auf dem Landy Stammtischen noch ein wenig Werbung gemacht was zu 4 weiteren Buchungen aus dem Bekanntenkreis führte. Langsam aber sicher sollten wir mit Ute ein Provisionskonzept erarbeiten ,,, 😉

Die Verbotene Stadt in Wünsdorf bei Zossen. Was hatte es damit auf sich? Bereits zu Zeiten Kaiser Wilhelms II. wurden in Wünsdorf Kasernen errichtet, die zu den Zeiten der Weltkriege weiter ausgebaut wurden. Der Standort Wünsdorf war im 2. Weltkrieg Nachrichtenzentrale für die Armeen und von zentraler Bedeutung. Südlich von Berlin mitten in der ehemaligen DDR gelegen, wurde dort in der Nachkriegszeit die größte Garnison sowjetischer Truppen errichtet. Die Anlage wurde von einem 17km langen Betonzaun von der Außenwelt abgeschottet und nur wenigen war der Zutritt gewährt. Erst 1994 verließen die letzten sowjetischen Truppen die Anlage. Daher war Wünsdorf bei Zossen für lange Zeit  „Die Verbotene Stadt“. Die Kasernen und Bunkeranlage gingen in den Besitz des Landes Brandenburg über. Nachdem etliche Versuche, für die vielen Gebäude Investoren bzw. Nutzungskonzepte zu finden, scheiterten, sind zumindest die wesentlichen historischen Bunkeranlage in Besitz der Bücherstadt-Tourismus GmbH übergegangen und dadurch vor dem Verfall gesichert.

Nach einem Urlaub auf Rügen und der Besichtigung des „Prora“ Komplexes dort stellte sich an diesem Wochenende erneut Verwunderung darüber ein, das zumindest mir (aber auch den anderen Teilnehmern) die historische Bedeutung der Anlage aus Schulunterricht oder Medien nicht bekannt war. Auch wenn der Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus durchaus einen berechtigten faden Beigeschmack hat, ist die historische Bedeutung für die Geschichte und das, was seinerzeit bautechnisch bereits machbar war, nicht wegzudiskutieren. In diesem Zusammenhang ist die Verbotene Stadt absolut eine Reise Wert und eine Führung durch die Anlage, insbesondere wenn diese vom Chef Werner Borchert durchgeführt wird, interessant und humorvoll zugleich.

Vor Ort wurde die Reise durch den Kooperationspartner von 4×4 Adventures, Erlebnis-Offroad, durchgeführt. Der größte Teil der Truppe traf sich auf dem Rastplatz Marienborn bei Helmstedt, von dort ging es im Konvoi weiter zum genannte Treffpunkt weiter, der auch gleichzeitig unser Camp sein sollte. Dort endlich angekommen waren wir zuerst irritiert, da außer uns noch niemand weiter vor Ort zu sein schien. Unser Camp sollte ein Ferienlager sein, das unter der Woche von Schulklassen und z.B. ASB besucht wird. Auch wenn wir fast alle in unseren Fahrzeugen übernachteten, sind Schlafmöglichkeiten, sanitäre Anlagen und ein trockenes Dach vorhanden. Später am Abend trafen dann auch unser Guide Holger sowie zwei weitere Teilnehmer (Defender + Ranger Rover Sport !) auf dem Gelände ein.

Nach einem ordentlichen Frühstück ging es am Samstag morgen in die verbotene Stadt. Die Führung durch die Anlagen waren für 16:00 Uhr geplant, bis dahin konnten wir auf dem Gelände mit unseren Defendern Offroad fahren. Unser Guide hatte hierzu einen Bekannten aus der Trophy Szene eingeladen, da wir uns im Vorfeld als – ich nenne es mal: Offen für neue Herausforderungen – zu erkennen gaben. Fuzzy und Holger gaben uns die Erfahrung in einer Art Trophytraining aus Ihren Teilnahmen an mehreren Superkarpata und Breslau Trophys weiter. Teilweise haben an dem Wochenende somit mit unseren Autos gemacht, die wir unter normalen Umständen nicht gefahren wären. Mit einer Teamleistung haben wir aber auch den Range über das eine oder andere Hindernis gewuchtet, ohne Kollateralschäden an Fahrzeug oder Natur zu hinterlassen. Und nein Werner, wir haben deinen Bunker auch nicht kaputt gemacht 😉 Wir verbrachten den kompletten Tag auf dem Gelände und kehrten erst spät zurück ins Camp.

Am Sonntag ging es nach dem Frühstück erneut in die verbotene Stadt. Neben dem Bunkerkomplex Maibach I und Zeppelin gab es auf dem Riesen Gelände noch mehr zu sehen und zu erkunden. Hierzu haben wir einen Guide der Bücherstadt-Tourismus GmbH
auf einen freien Beifahrersitz gesetzt, und es ging im Konvoi durch die alten Kasernen und Anlagen. Auf vielen Stopps haben wir mehr über die Geschichte und Nutzung der Anlage im letzten Jahrhundert erfahren. Nachdem wir den Guide wieder abgesetzt hatten, ging es mit einer kurzen Autobahn in Etappe nördlich von Berlin, wo wir auf einem Gelände Fuzzy erneut trafen und die Fahrzeuge unter Anleitung artgerecht bewegen konnten. Nach einer Mahlzeit aus der Holgers mobiler Küche haben wir uns gegen 15:00 zurück auf die Heimreise gemacht.

Zusammengefasst ein spassiges Wochenende mit Freunden an einem besonderem Ort, bei dem wir alle nicht nur Offroadtechnisch etwas gelernt haben.

Kein Bericht oder Ausfahrt ohne Bilder:

 

 

Ein Gedanke zu „Kleine Fluchten – Die Verbotene Stadt

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