Ups – we did it again

Das lange Wochenende um den 03. Oktober lud zum Offroaden in Thenissey zum Saisonabschluss ein. Nach mehr oder weniger langer Planung erreichten uns dann doch immer mehr absagen wegen anderer Verpflichtungen der Kandidaten. Anyway, gekniffen wird nicht, es ging Nonstop nur mit Tankstopp nach Thenissey. Auch in der Schweizer Delegation hatten sich die Reihen sehr gelichtet. 

Als Belohnung sozusagen, neben einer anderen Gruppe mit 4 Fahrzeugen hatten wir das Gelände komplett für uns allein. Der lehmige Boden war wie immer herausfordernd, auch dort wo es eigentlich trocken aussah. Nachdem wir uns am Samstag auf den leichteren Strecken eingefuhren hatten, ging es am Sonntag in schwereren Strecken. Der Disco blieb im Camp. Abgesehen von der fehlenden Bodenfreiheit ist er auch wesentlich breiter als ein Defender, was die Sache nur erschwert hätte. Wir schafften es ohne Blessuren Abends zurück aus dem Gelände. Die Jungs aus der Schweizer Delegation hatte die Aufgabe das Abendmahl zu bereiten, was den beiden sogar ordentlich gelungen war 😉

Montag früh ging es auf die Bahn, Nonstop zurück in den Norden. Es gab da noch eine Verabredung …

GORM | BFGoodrich Baja PitStop Event

Anlässlich des Laufes zur German Off Road Masters, kurz GORM, hatte Michelin Deutschland / BFGoodrich nach Oschersleben eingeladen. Austragungsort des Laufes war nicht die Motorsport Arena in Oschersleben selbst, sondern ein Offroad Fahrgelände südlich in der Nähe von Gröningen. Eingeladen waren Partner von BFGoodrich und neben Journalisten auch Blogger wie wir. Die bunte Mischung von Teilnehmern wurde an den 2 Tagen von Armin Schwarz, Rallye Champion und Baja 1000 Teilnehmer, und seiner Crew betreut. Für die Teilnehmer der GORM und des PitStop Events kümmerten sich das Team von Offroad Catering.

Tag 1 – Rallye Luft schnuppern. Gestartet wurde in mehreren Klassen: Prototypen, seriennahe Fahrzeuge, ATV bzw. SidebySide, Quads, Motorräder und LKW. Dabei fuhren die LKW seltsamerweise zusammen mit den Motorrädern und Quads. Der Grund hierfür: Nur die kleinen und schnellen Motorräder sind in der Lage die großen LKW zu überholen. Am Freitag und Samstag wurde aus jeweils 4 Läufen je Gruppe die Gesamtsieger in ihren Klassen ermittelt. Bei der GORM handelt es sich um eine Marathon Veranstaltung. Es geht also nicht um Rundenzeiten sondern um Ausdauer. In den 4 Läufen a 90 Minuten müssen Motor, Fahrwerk, Reifen und nicht zuletzt die Piloten durchhalten. Am ersten sonnigen Wochenende des Jahres mit Temperaturen jenseits der 20 Grad nicht einfach. Auf dem knüppelharten Rundkurs mit 4,2 km Länge kam es so auch zu einigen Ausfällen bei den Teams. An 3 Stationen könnten wir Besucher den Parkour überblicken. Beim Rundgang durch das Fahrerlager wurden unsere Antworten zu den Fahrzeugen von Armin und den Teams beantwortet. Im Team von Armin Schwarz ebenfalls dabei: Detlev Ruf, 5-facher Rallye Dakar Teilnehmer bei den LKW. Sowohl mit ihm als auch mit Armin hätten wir gerne noch mehr Stunden verbracht und ihren Geschichten aus dem Nähkästchen gelauscht …

Tag 2 – Challenge: Am 2. Tag mussten wir nun selber ran. Verschiedenste Challenges rund um den BFGoodrich Reifen waren vorbereitet. Neben Theorie ging es auch mit Fahrzeugen auf die Strecke. Hierbei wurden Tischtennisbälle auf der Motorhaube auf Zeit über den Parkour jongliert. Dabei standen Fahrzeugflotten von Ford (Ranger), Jeep (Cheerokee) und Mercedes Benz (G-Wagen) bereit, die allesamt auf BFGoodrich AllTerrain KO2 daher rollten. Auch ein Reifenwechsel an der Replica eines Baja 1000 Trophy Trucks, den Armin normalerweise durch die Wüste jagt, stand als Challenge auf dem Programm. Mit 90 Kg pro Reifen kein einfaches unterfangen. Bei uns verkeilte der Reifen auf der Radnabe, damit waren unsere Chancen um den Sieg verloren. Ehrgeiz an der Competition war natürlich vorhanden, grundsätzlich ging es jedoch mehr um Spaß am Offroaden.

Zusammengefasst ein spaßiges Wochenende mit netten und neuen Kontakten und vielen neuen Eindrücken. Leider stand kein Land Rover Defender für eine Probefahrt auf den AllTerrain Reifen zu Verfügung. Daher muss der direkt Vergleich mit dem BFG MudTerrain KM2 noch ein wenig warten. Spätestens wenn die derzeitigen Winterreifen verbraucht sind wird auf die KO2 gewechselt.

Bilder:

Der Son of Hibachi Grill

Wenns mal nicht gut läuft, muss man halt auch mal ein Wort darüber verlieren.

Im letzten Jahr hatten wir uns den bekannten Son of Hibachi Camping-Grill wegen seiner unbestrittenen Vorteile zugelegt: Er ist klein, kompakt und wegen des Kamineffekts beim anmachen auch unter widrigen Umständen brauchbar. Für 2 Personen genau richtig in der Größe. Nach einigen Einsätzen sah der Grill schon ziemlich abgerockt aus, wichtiger ist und bleibt allerdings die Funktion.

Nach einem Trip wurde der Grill in einer der Zarges Kisten auf dem Defender Dach vergessen. Die Rüttelei bei weiteren Einsätzen sorgte dann dafür, dass die isolierende Soft-Out-Pouch Tasche durch gerieben war und sich aufzulösen begann. Also hatten wir hierfür eine Ersatztasche besorgt. Bereits beim Einpacken des Grill in die neue Tasche brachen die Zipper am Reißverschluss ab. Kulanter Weise schickte uns der Lieferant umgehend und kostenfrei eine neue Tasche. Beim Auspacken der 2. Tasche aus dem Karton fiel uns ein Zipper des Reißverschlusses direkt entgegen. Dieser war also allein durch den Transport im sicheren Karton gebrochen und ebenfalls nicht zu gebrauchen.

Fazit: Schöner Grill, aber für den toughen Offroadeinsatz nicht zu gebrauchen. Neben abgerüttelten Schrauben am Grill selbst ist die Tasche nicht sonderlich haltbar.  Von der minderen Qualität der Reißverschlüsse ganz zu schweigen. Die Order der Ersatztasche wurde storniert und der Rechnungsbetrag erstattet. Wir müssen uns also nach etwas neuem Umsehen, Vorschläge sind willkommen …

Blockaden und Geräusche

Des Rätsels Lösung benötigte mehr als 4 Wochen und über 1000 km an Fahrstrecke.

Eines schönen milden Frühlingsabends auf dem Rückweg von der Arbeit rollten wir langsam an eine rote Ampel, als mit einem heftigen Schlag alle 4 Räder blockierten und die Fuhre unsanft zum stehen kam. Nach dem Schreck erneutes, vorsichtiges Anfahren und überraschender Weise keine Geräusche oder weitere Blockaden. Seltsam. Daheim angekommen folgte der Anruf beim ADAC und die Bitte das Fahrzeug nach Hildesheim zur Werkstatt unseres Vertrauens zu schleppen, irgendetwas musste ja sein.

In der Werkstatt dann Ablassen diverser Flüssigkeiten aus Getrieben und Differentialen sowie endoskopische Untersuchungen – alle ohne Befund. Nach über 250 Testkilometern, mit einmal kurzfristig mit nicht zu lokalisierendem Geräusch, war kein Fehler am Fahrzeug diagnostizierbar. Wir trafen die Entscheidung den Defender wieder abzuholen und normal zu nutzen. Wenn denn etwas defekt wäre würde es sicherlich bald erneut auftreten. Bei der Pendelei zur Arbeit gab es hier und da noch mal einen Schlag, aber keine Blockaden. Wir entschieden sogar das lange Osterwochenende an der Ostsee mit dem Defender zu fahren.

2 Tage nach dem langen Wochenende stellten sich dann unverhofft – aber glücklicherweise – permanente Schläge und Geräusche ein. Es knallte derart heftig, das eigentlich Öllachen und Ritzelteile unter dem Auto erwartet wurden. Aber nichts dergleichen … Eine Diagnose sollte nun also möglich sein und das Fahrzeug ging erneut nach Hildesheim. Beim erneuten Wechsel der Flüssigkeiten konnte das vordere Differential als Übeltäter identifiziert werden.

Wie schon lange geplant sollte in der Vorderachse ein automatisch sperrendes Torsen-Differential von Ashcroft Transmissions verbaut werden, sollte das Original einmal ausfallen. Das ATB sperrt automatisch bei unterschiedlichen Raddrehzahlen an der Achse. Es müssen keine Druckluftleitungen, Kompressoren und Schalter zum Sperren verbaut werden. Zudem sperrt das Differential nur zu 80%, damit ist das Risiko von abgerissenen Homokineten oder abgedrehten Steckachsen und Radmitnehmern minimiert. Für den Hardcore Offroad Einsatz ist eine manuelle 100% Sperre sicherlich besser geeignet aber bleiben wir mal ehrlich: Es ist und bleibt ein Reisedefender, auch wenn wir regelmäßig Herausforderungen im Gelände suchen.

Landrover Fahrsicherheitstraining

Nach wie vor ist uns allen ja kein Berg zu steil, kein Loch zu tief und für das was nicht geht, gibts schließlich Winden, Bergegurte, Sandbleche uns sonstiges Zubehör. Mehr oder weniger regelmäßig wird sich in Fahrgeländen getroffen, um das Offroad fahren zu trainieren bzw. das Equipment auszuprobieren. Viele sind im Defender täglich unterwegs. Andere legen für ein Abenteuer auf Island oder eine Expedition in den Karpaten etliche tausende Kilometer auf normalen Autobahnen und Straßen zurück. Wie verhält sich ein Defender denn nun bei Nässe und rutschigen Untergründen? Hat der permanente Allradantrieb nun ein Übersteuern oder Untersteuern zu Konsequenz? Wie verhalten sich die unkaputtbaren Mud Terrain Stollenreifen bei Nässe? Wie viele Sorgen muss man sich denn nun wirklich wegen des hohen Schwerpunkts machen? Wo ist überhaupt der Grenzbereich bei dem Auto? Wie kündigt er sich an und was passiert wenn mein einmal darüber hinaus ist? All diese Fragen führten zu der Idee, mit dem Land Rover Defender an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen.

Wer wollte uns denn nun mit unseren Opferanoden überhaupt haben? Idealerweise bot sich für uns der ADAC an, der in Hannover Laatzen ein 17ha großes Fahrgelände betreibt. Auf dem Gelände sind diverese „Module“ vorhanden, in denen bestimmte Gefahren- und/oder Alltagssituationen simuliert werden können. Sogar ein kleiner Offroadparkour ist vorhanden. Im Programm des Fahrsicherichtszentrums Hannover sind diverse Trainings enthalten. Auf unsere Anfrage hin erhielten wir ein positives Feedback vom ADAC. Scheinbar war man gespannt auf eine Teilnehmergruppe dediziert bestehend aus den britischen Offroad Ikonen. Nach etwas Beratung entschieden uns für ein ganztägiges PKW-Intensiv-Seminar. Damit sollten wir beinahe jede Alltagssituation einmal simulieren können. Kostentechnisch lag das Seminar bei EUR 187 im Gruppentarif pro Fahrer mit Defender, inklusive eines Mittagessens. Aus der Stammtisch Gruppe heraus wurde der 14.11. als Termin für die Veranstaltung gewählt. Die maximal 12 möglichen Teilnehmer wurde aus dem Bekannten- und Freundeskreis der Teilnehmer gefüllt.

Wie ist die Veranstaltung nun gelaufen? Nach einen kleiner Vorstellungsrunde und Vorstellung des FSZ Hannover selbst wurden Funkgeräte verteilt und es ging auf das Gelände. Zunächst wedelten wir Slalom um ein paar Kunstoffhütchen. Dabei haben einige herausgefunden, das die Sitzposition im Auto noch nicht optimal eingestellt war. A-typisch für einen Defender waren schnelle Richtungswechsel und schnelle Reaktionen gefragt. Aufrechtes Sitzen hilft hier sehr viel. Anschließend wurde Bremsen geübt. Ja wirklich geübt. Es ging darum den maximalen Bremsweg insgesamt des eigenen Fahrzeuges zu erkennen. Nachdem dann bei den Teilnehmern auch alle Bedenken „voll in die Eisen zu steigen“ genommen waren, ging es den Rest des Tages in das Training von Alltagsituationen wie „Bremsen und Ausweichen vor plötzlich auftretenden Hindernissen“ , „Abfangen des Fahrzeuges bei Untersteuern in Kurven“, „Grenzbereich auf Kreisbahn“ finden oder „Bremsen und ausweichen auf rutschigen Untergründen“.

Fazit: Wir hatten einen Heidenspaß! Auch Ansätze von dynamischen Fahrmannövern sind mit einem Defender ohne weiteres möglich und machen sogar Spaß. Erkenntnisse:

  • Eine optimale Sitzposition ist wichtig um in Gefahrensituationen optimal reagieren zu können.
  • Zumindest bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h unterscheidet sich der Bremsweg des Defenders nicht wirklich von anderen Fahrzeugen.
  • Untersteuern kündigt sich auf der Vorderachse an, bevor er über beide Achsen weiter ins Kurvenäußere schiebt.
  • Wie erwartet sind grobstollige MT Reifen im Handling schlechter. Allerdings sind Unterschiede nur auf rutschigen Untergründen eklatant
  • Der Defender schlägt sich auf Winterreifen ordentlich
  • uvm …

Ebenfalls eine Erkenntnis: Trotz der hohen Schwerpunkte der Defender gab es keine brenzligen Situationen beim Training. Auch wenn ein rutschendes Auto einmal wieder Grip über die Reifen erzeugen konnte, sind die Aufbauten nicht wesentlich ins Wanken gekommen. Insofern konnten die Erfahrungen im Anschluss an das Training die Bedenken der Teilnehmer verringern. Auch diejenigen die vorab meinten bereits Fahren zu können, haben etwas mitnehmen können.

Es lohnt sich also, neben einem Offroad-Fahrtraining auch einmal ein normales Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. Hier kann jeder etwa mitnehmen.

LRONLY2015

Verspäteter Blogeintrag #2 in diesem Jahr: LRONLY Meeting 2015 in Drawsko Pomorskie, Polen.

Im Juli 2015 fand das 6. Landrover Treffen LRONLY auf Europas größtem Truppenübungsplatz bei Drawsko Pomorskie statt. Wir hatten in der Vergangenheit davon bereits Wind bekommen und wollten unbedingt daran teilnehmen.

Der Job verhinderte leider bei allen eine rechtzeitige Abfahrt in Richtung Drawsko. Zudem besteht seit einiger Zeit auch auf polnischen Autobahnen Mautpflicht. In der nordwestlichen Ecke Polens um Stettin trifft dies zwar nur für wenige Kilometer zu, aber die Betreiber der Mautanlagen dort bestehen auf elektronische Transponder. Für diesen mehr oder wenigen einmaligen Besuch waren wir nicht gewillt ein solches Gerät zu beschaffen. Also umfuhren wir das Gebiet großräumig. Irgendwann kurz nach Mitternacht trafen wir auf dem Gelände ein, hellwach von den vielen Wildwechseln auf den letzten Kilometern. Das Zelt war schnell aufgebaut und irgendwann traf dann auch Andreas mit seinem Defender auf dem Gelände ein. Nachdem wir sein Trailerzelt aufgebaut hatten fielen alle totmüde gegen 02:00 morgens ins Bett.

Am Samstag morgen checkten wir uns nach 0.5l doppeltem Espresso zunächst bei der Veranstaltung ein. Während wir Aufkleber, Lanyard und T-Shirt von der Veranstaltung erhielten, begann auf der großen Bühne auch schon das Fahrer-Briefing. Wir sammelten das Roadbook pro Fahrzeug ein und machten uns so gleich auf den Weg. Frühstücken wollten wir dann irgendwo auf der Strecke.

Das Roadbook war ordentlich mit Wegpunkten gefüllt.  An schwierigen Hindernissen war jeweils eine „Sport“ Weg und die Umfahrung für Touristen beschrieben. Da wir uns gleich zu Anfang auf die Strecke begaben, war an diesen Wasserlöchern ein entsprechend großer Andrang. Wir hatten somit genügend Zeit uns zu orientieren und die Sport Strecken zu scouten. Im großen und Ganzen konnten wir die Wasserlöcher mit entsprechend  Umsicht durchfahren, ohne den Dampfer zu versenken.

Die Veranstaltung war insgesamt sehr gut durchorganisiert und muss sich bei weitem nicht hinter den bekannten nationalen Events verstecken. Neben den aufwändig ausgearbeiteten Roadbooks war für leibliches Wohl gesorgt. Am Abend sorgten Live Bands für entsprechendes Entertainment.

Auch in Polen weiss man ordentliche Overland Vehikel aufzubauen, auch wenn hier eindeutig eine Tendenz in Richtung Discovery 2 zu erkennen ist. Die Vielzahl an Aufklebern auf den Fahrzeugen lässt vermuten, das Fahrzeug und Fahrer viele Geschichten von etlichen Fernreisen zu erzählen hatten. Was nicht in Englisch oder Deutsch möglich war, konnte immerhin mit Händen und oder Füßen deutlich gemacht werden.

Nach ordentlichen 60 Roadbook Kilometern trafen wir am Samstagabend wieder im Basecamp ein. Die Veranstaltung startet am Donnerstag und bietet an jedem Tag ein unterschiedliches Roadbook. Für 2016 steht also definitiv ein Besuch der kompletten Veranstaltung an, denn das Gelände um Drawsko Pomorskie im polnischen Outback sucht seinesgleichen. Die Website der Veranstaltung, www.lronly.pl, ist derzeit nicht erreichbar, wir hoffen jedoch das im nächsten Jahr die 7. Auflage dieser Veranstaltung geben wird.

Nach einem ordentlichen Frühstück machten wir uns am Sonntag zurück auf den langweiligen Heimweg über die Autobahnen. Nach einigen Kilometern Asphalt wurde sehr schnell klar, das die Längslenker Buchsen am Defender von Andreas durch das harte Terrain am Wochenende vollkommen ausgeschlagen waren. Die 600+ KM nach Prag mit dem Penman am Natohaken waren somit alles andere als einfach. Zudem war es auch mehr oder weniger grob Fahrlässig, eine solche Strecke mit dem schlingernden Gespann anzugehen. Wir riefen also bei Holger von Erlebnis-Offroad in Berlin an und fragten ob wir die Ersatzteile an einem Sonntag aus dem Lager holen konnten. Dankenswerterweise erklärte sich Holger bereit die Teile und , da er eh vor Ort war, seine Werkstatt zur Reparatur zur Verfügung zu stellen. Schön wenn das Netzwerk funktioniert.

Windenseile spleißen

Im letzten Jahr hat der Defender eine Winde bekommen. Tatsächlich haben wir die Winch bisher nur benötigt um andere zu bergen, aber man weiss ja nie was so alles passiert …

Von Anfang an war klar, das mit dem riesengroßen Windenhaken etwas passieren musste. Dieser ist einfach nur störend bei aufgewickeltem Seil und reibt über kurz oder lang die Beschichtung am Tubular Bumper runter. Darüber hinaus ist die Fixierung des Hakens an anderen Fahrzeugen ohne gescheiten Bergepunkt schwierig. Zudem habe ich noch keinen Windenhaken gesehen, bei dem nicht über kurz oder lang der Verschluß des Hakens ausleiert. Nicht immer kann in graden Winkeln geborgen werden und über kurz oder lang verbiegt der Verschluss bei der Nutzung von zusätzlichen Bergegurten, denn die Schlafen der Bergegurte passen fast nie in den Haken …

Abhilfe schafft ein Factor55 Prolink Shakle anstelle des normalen Windenhakens. Der Shakle ist aus einem massiven Aluminium Stück gedreht. Mit normalen Schäkel können Bergegurte etc hier sauber fixiert werden. Ein Abscherstift aus Titan sichert Bergungen mit maximal 16000 Pfund (ca. 7 Tonnen). Der Shakle wird bei eingezogenem Seil einfach am Seilfenster der Winde festgeklemmt und ist damit immer sicher befestigt.


Für die Montage des Prolink Shakle mussten wir lediglich eine neue Rohrkausche beschaffen, die stark genug für das 12mm Windenseil ist und schlank genug, um durch das Seilfenster zu passen.

In diversen Youtube Filmchen kann man sich anschauen, wie Windenseile einfach mit Cutter, ein wenig Ducktape und einem Edding neu gespleißt werden. Abgesehen vom Gewicht und der fehlenden Dehnung unter Last gegenüber einem Stahlseil ist auch immer Argument für Synthetik Dyneema Windenseile, dass dieses im Feld repariert und gespleißt werden können, sofern diese doch einmal reißen sollten. Unser Seil war nun 6 Monate in der frischen Luft, hat vielleicht 20 Bergungen ertragen müssen und war soweit noch gut in Schuß. Wir haben lernen müssen, dass ein Spleißen des Seils wie in den Filmen gezeigt mit einem gebrauchten Seil schlichtweg nicht möglich ist. Die kleinen gerissenen Fasern verhindern einen sauberen Spleiß mit den genannten Werkzeugen. Das offene Ende des Seils ließ sich ums verrecken nicht durch den Seilkern ziehen.

Glücklicherweise wohnen wir in der Nähe von Braunschweig, wo die Firma Seilflechter seit mehreren Generation ihren Stammsitz hat. Freundlicherweise hat man uns hier gezeigt, wie man mit Hilfe von passenden Tools ein Seil neu gespleißt bekommt. Die Sache war in 2 Minuten mit der Nutzung einer Spleißnadel erledigt. Auch hier mussten wir mit 2 Mann ordentlich ziehen, aber immerhin konnte wir die Rohrkausche sauber ans Ende des Windenseils spleißen. Dankeschön. Der Einladung auf einen Kaffee bei der Abenteuer Allrad sind wir auch nachgekommen, dort haben wir uns dann den Satz Spleißnadeln eingepackt.

Fazit: Ein Dyneema Windenseil im Feld reparieren ist nur mit Spleißnadel möglich da Schmutz und gerissene Fasern einen sauberen Spleiß verhindern. Also Spleißnadeln einpacken und das Seil selbst nach einem Einsatz immer schön sauber halten.

PS: Der alte Windenhaken mit Rohrkausche ist immer noch zu haben 🙂

Sankey Refurbishment 1

Das Sankey Projekt ist einen Schritt weiter. Zur Erinnerung: Seit Mai 2014 gehört ein Sankey MK2 Wide Track Nato Trailer Baujahr 1985 zum Fuhrpark. Der Trailer soll bei Haus und Hof aushelfen, aber auch als Offroad, Camping und Overland Vehikel genutzt werden. Hierzu bedarf es einiger Anpassungen am Trailer selbst. Zu guter letzt muss die Tarnanstrich auch noch verschwinden.

Im 1. Schritt hat sich ein Metallbauer gefunden, der für die Wanne des Sankey einen massiven Spriegel anfertigen konnte. Auf dem Spriegel kann später das Dachzelt montiert werden. Die original 7.5er Reifen des Sankey waren ebenfalls von 1985 und taugten nicht mehr viel. Daher wurden 2 Wolf Felgen beschafft und diese mit BF Goodrich Mud Terrain Reifen in den Dimensionen 255/85R16 bereift – analog zum Zugfahrzeug. Die Laufflächen der Reifen lagen damit natürlich frei, weswegen hierfür Abdeckungen vom Metallbauer gefertigt werden mussten. Der TÜV soll den Umbau ja schließlich auch durchwinken.

Vor der Lackierung von Rahmen und Wanne ist nun jedoch die Revision der Sacol Auflaufeinheit dringendst indiziert gewesen. Die Dichtungen der ALE waren über die Jahre porös geworden, im Druckkörper war keine Flüssigkeit mehr vorhanden. Damit war die Wirkung der ALE gleich null, die Zugstange konnte in der Auflaufeinheit von Hand bewegt werden. Gefüllt und Einsatzbereit sollte dies manuell unmöglich sein. Auf die Revision von Sankey Auflaufeinheiten hat sich die Firma Moself aus Graben-Neudorf spezialisiert. Die revidierte Einheit war 2 Wochen nach dem Versand wieder zurück und wie neu. Die Bilder der Revision zeigten, das diese auch unbedingt notwendig war:

Mit der frisch montierten Sacol Auflaufheinheit am Sankey ging es dann auch umgehend auf eine kleine Testfahrt. Das Ergebnis war überwältigend: Kein krachen und knallen mehr beim Bremsen und Anfahren. Auch wenn man ordentlich ruppig den Anker wirft, federt die Sacol nun gemächlich und sauber ins Bremsen.

Mit Trailer und Zelt geht es nun erst mal auf ein langes Wochenende ins Elsaß. Wir sind gespannt, wie der Trailer die 1000+ KM auf den Autobahnen wegsteckt. Im Anschluss werden Rahmen und Wanne vom alten Lack und Rost befreit und frisch lackiert.