Landrover Fahrsicherheitstraining

Nach wie vor ist uns allen ja kein Berg zu steil, kein Loch zu tief und für das was nicht geht, gibts schließlich Winden, Bergegurte, Sandbleche uns sonstiges Zubehör. Mehr oder weniger regelmäßig wird sich in Fahrgeländen getroffen, um das Offroad fahren zu trainieren bzw. das Equipment auszuprobieren. Viele sind im Defender täglich unterwegs. Andere legen für ein Abenteuer auf Island oder eine Expedition in den Karpaten etliche tausende Kilometer auf normalen Autobahnen und Straßen zurück. Wie verhält sich ein Defender denn nun bei Nässe und rutschigen Untergründen? Hat der permanente Allradantrieb nun ein Übersteuern oder Untersteuern zu Konsequenz? Wie verhalten sich die unkaputtbaren Mud Terrain Stollenreifen bei Nässe? Wie viele Sorgen muss man sich denn nun wirklich wegen des hohen Schwerpunkts machen? Wo ist überhaupt der Grenzbereich bei dem Auto? Wie kündigt er sich an und was passiert wenn mein einmal darüber hinaus ist? All diese Fragen führten zu der Idee, mit dem Land Rover Defender an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen.

Wer wollte uns denn nun mit unseren Opferanoden überhaupt haben? Idealerweise bot sich für uns der ADAC an, der in Hannover Laatzen ein 17ha großes Fahrgelände betreibt. Auf dem Gelände sind diverese „Module“ vorhanden, in denen bestimmte Gefahren- und/oder Alltagssituationen simuliert werden können. Sogar ein kleiner Offroadparkour ist vorhanden. Im Programm des Fahrsicherichtszentrums Hannover sind diverse Trainings enthalten. Auf unsere Anfrage hin erhielten wir ein positives Feedback vom ADAC. Scheinbar war man gespannt auf eine Teilnehmergruppe dediziert bestehend aus den britischen Offroad Ikonen. Nach etwas Beratung entschieden uns für ein ganztägiges PKW-Intensiv-Seminar. Damit sollten wir beinahe jede Alltagssituation einmal simulieren können. Kostentechnisch lag das Seminar bei EUR 187 im Gruppentarif pro Fahrer mit Defender, inklusive eines Mittagessens. Aus der Stammtisch Gruppe heraus wurde der 14.11. als Termin für die Veranstaltung gewählt. Die maximal 12 möglichen Teilnehmer wurde aus dem Bekannten- und Freundeskreis der Teilnehmer gefüllt.

Wie ist die Veranstaltung nun gelaufen? Nach einen kleiner Vorstellungsrunde und Vorstellung des FSZ Hannover selbst wurden Funkgeräte verteilt und es ging auf das Gelände. Zunächst wedelten wir Slalom um ein paar Kunstoffhütchen. Dabei haben einige herausgefunden, das die Sitzposition im Auto noch nicht optimal eingestellt war. A-typisch für einen Defender waren schnelle Richtungswechsel und schnelle Reaktionen gefragt. Aufrechtes Sitzen hilft hier sehr viel. Anschließend wurde Bremsen geübt. Ja wirklich geübt. Es ging darum den maximalen Bremsweg insgesamt des eigenen Fahrzeuges zu erkennen. Nachdem dann bei den Teilnehmern auch alle Bedenken „voll in die Eisen zu steigen“ genommen waren, ging es den Rest des Tages in das Training von Alltagsituationen wie „Bremsen und Ausweichen vor plötzlich auftretenden Hindernissen“ , „Abfangen des Fahrzeuges bei Untersteuern in Kurven“, „Grenzbereich auf Kreisbahn“ finden oder „Bremsen und ausweichen auf rutschigen Untergründen“.

Fazit: Wir hatten einen Heidenspaß! Auch Ansätze von dynamischen Fahrmannövern sind mit einem Defender ohne weiteres möglich und machen sogar Spaß. Erkenntnisse:

  • Eine optimale Sitzposition ist wichtig um in Gefahrensituationen optimal reagieren zu können.
  • Zumindest bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h unterscheidet sich der Bremsweg des Defenders nicht wirklich von anderen Fahrzeugen.
  • Untersteuern kündigt sich auf der Vorderachse an, bevor er über beide Achsen weiter ins Kurvenäußere schiebt.
  • Wie erwartet sind grobstollige MT Reifen im Handling schlechter. Allerdings sind Unterschiede nur auf rutschigen Untergründen eklatant
  • Der Defender schlägt sich auf Winterreifen ordentlich
  • uvm …

Ebenfalls eine Erkenntnis: Trotz der hohen Schwerpunkte der Defender gab es keine brenzligen Situationen beim Training. Auch wenn ein rutschendes Auto einmal wieder Grip über die Reifen erzeugen konnte, sind die Aufbauten nicht wesentlich ins Wanken gekommen. Insofern konnten die Erfahrungen im Anschluss an das Training die Bedenken der Teilnehmer verringern. Auch diejenigen die vorab meinten bereits Fahren zu können, haben etwas mitnehmen können.

Es lohnt sich also, neben einem Offroad-Fahrtraining auch einmal ein normales Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. Hier kann jeder etwa mitnehmen.

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