AGR am TD4 reinigen

Über das defekte AGR Ventil am Defender TD4 hatten wir geschrieben. Mittlerweile ist es draußen wärmer und länger hell – also Zeit sich der Sache anzunehmen. Zudem sind die Probleme mit der Kontrollleuchte bei einem Kollegen aus dem Landy-Freundeskreis ebenso aufgetreten. Nach dem Motto geteiltes Leid ist halbes Leid verabredeten wir uns am letzten Sonntag, um die AGR Ventile aus unseren Autos auszubauen und zu reinigen.

Was wird hierfür an Teilen benötigt? Beim Einbau des gereinigten AGR Ventils sollten neue Dichtungen LR004476 und LR034073 verbaut werden. Für die Reinigung des Ventils gibt es im Zubehörhandel spezielle AGR Reiniger, welche die Verkokungen im Bauteil wesentlich besser aufbrechen und lösen als normaler Bremsenreiniger. Carsten hatte jedoch den Vogel abgeschossen und ein Ultraschallbad organisiert. Damit sollten wir sämtlichen Ruß rückstandslos aus dem Gerät entfernen können. Neben geeigneten Reinigungsmitteln empfiehlt sich ein große Auswahl an Verlängerungen für eine kleine Knarre mit normalen und langen Stecknüssen. Von den 4 zu lösenden Schrauben ist nur eine sichtbar, alle anderen sind versteckt und nur verwinkelt zu erreichen. Ebenso ist Rosendraht hilfreich. Für das Fetten der AGR Mechanik ist ein hitzebeständiges Fett erforderlich.

Ausbau: Das Ventil sitzt an 2 Flanschen zwischen Abgas- und Frischluftstrom auf der Fahrerseite des Motorblocks unter der Ansaugbrücke nah an der Spritzwand. Nach entfernen des Steckers zur Ansteuerung können die je 2 Schrauben der Flansche mit 13er bzw. 10er Nuß gelöst werden. Einige Schrauben können aus dem Motorraum heraus gelöst werden, die anderen beiden konnten am besten von unten, d.h. unter dem Auto liegend, entfernt werden. Das AGR Ventil selbst kann dann an den Wasserleitungen des Motors vorbei aus dem Motor gezogen werden. Die Rückseite des AGR Ventils ist mit einem Deckel verschlossen. Der Deckel kann durch vorsichtiges Verbiegen der Blechlaschen entfernt werden, um die Antriebsmechanik reinigen / fetten zu können.

Reinigung: Die Antriebsmechanik der AGR Ventile war in unserem Fall Tip Top in Ordnung und sah aus wie neu. Hierhin waren keine Abgase vorgedrungen. Entgegen unserer Erwartungen war das Ventil selbst gleichmäßig und vor allem nicht übermäßig von innen verrußt. Wir hatten hier Öl, Diesel und sonstige Rückstände der Verbrennung erwartet. Schließlich war der Ausfall der Bauteile auch akustisch beim abschalten des Motors festzustellen (fehlendes Jötel-Geräusch). Durch Behandlung mit dem AGR Reiniger und nach einem 15-minütigem Ultraschall Bad waren sämtlicher Russ aus dem Ventil entfernt. Manuell konnte das AGR leicht und ohne Widerstand bewegt werden. Ein bisschen Fett für die Zahnräder der Antriebsmechanik und das Bauteil konnte wieder verschlossen und verbaut werden.

Einbau: Problematisch. Sämtliche Dichtungen sind vertikaler Lage anzubringen. Bedeutet die Dichtung wird beim Einbau garantiert immer nach unten verrutschen. Lösung: Dichtung mit einem Rosendraht jeweils an der oberen Bohrung des Flansches aufhängen / fixieren und langsam und Vorsichtig das AGR platzieren. Person 1 hält das AGR in Position , Person 2 versucht an der jeweils unteren Bohrung des Flansches die Schraube anzusetzen um so AGR samt Dichtung zu fixieren. Hat man es einmal raus, wäre es gar nicht so schwer. Da Person 1 und 2 jedoch die Bohrungen der Schrauben nur fühlen und nicht sehen können dauert es halt. Für uns funktionierte es am Besten, wenn zuerst der Flansch zur Ansaugbrücke verschraubt wurde.

Ein schöner Schrauber-Sonntag und das Feierabend Flens hatten wir uns bei der Fummelei redlich verdient.

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