Korsika 2014

Korsika über Ostern im April 2014 mit 2 Landrover Defender

04.04. – Anreise:
Die Tour begann morgens früh mit einem ordentlichen Stint an den Bodensee. Uns wollten Andreas und Roman begleiten, die aus Prag am gleichen morgen aufbrachen. Treffpunkt für den gemeinsamen Trip war ein Campingplatz in Lindau am Bodensee. Dort findet alle 2 Jahre ein Landytreffen statt welches sich daher als idealer Treffpunkt anbot. Der Campingplatz selbst war bis auf die Dauercamper quasi leer und füllte sich im Laufe des  Abends mit vielen Fahrzeugen aus der Overlander Szene. Bisher waren wir nur Treffen im Fahrgeländen zugegen, die Fahrzeuge und Eigentümer hier waren von einem anderen Schlag. Weniger orientiert auf Verschränkung und Offroad sondern auf Fernreisen und Autonomie mit Fahrzeug… es gab jede Menge zu sehen. Wir trafen Steffen und Sabrina wieder, die wir 2 Monate zuvor beim Snowy Mountain kennengelernt hatten. Roman und Andreas trudelten irgendwann ein und wir labten uns am Spanferkel das anlässlich des Treffens vorbereitet wurde.

05.04. – Transfer Tag:
Am nächsten Tag haben wir früh die Zelte zusammengepackt, denn es stand noch ein ordentlicher Stint bis nach Livorno vor uns. Wegen des Penman Trailers an Andreas seinem Landy mussten wir langsam machen und dementsprechend rechtzeitig wollten wir uns auf den Weg machen. Die Fähre von Livorno stach schon am folgenden Mittag in See, von daher hatten wir uns im Vorfeld entschieden in Livorno in einer Bett & Breakfast Pension zu nächtigen. Das Abendessen genossen wir in einer kleinen Pizzeria in einem Vorort von Livorno.

06.04. – Rüber auf die Insel: Livorno – Bastia:
Morgens erkannte wir erst, was wir mit der Pension für einen Volltreffer gelandet hatten: Mitten im Hang gelegen mit wundervoll angelegtem Garten konnten wir beim Frühstück draußen im Freien unsere Blicke über Livorno und weiter gleiten lassen. Das Panorama wurde von malerisch von Säulenzypressen umrahmt, typisch Toskana eben. Hier hätte man es gut und gerne noch ein wenig länger aushalten können aber wir wollten ja auf die Insel Corse. Am Fährhafen angekommen gehörten wir mit zu den Ersten. Neben uns waren nicht viele Offroader dabei, vielmehr Rentner mit ihren Wohnmobilen. Roman hatte sich spät entschieden mit Andreas zu reisen, daher musste er sein online Ticket noch am Schalter der Reederei Corsica Ferries bestätigen lassen. Ohne große Verzögerung ging es dann auf die Fähre, die Überfahrt verlief ereignislos.

Angekommen auf der Insel (mittlerweile nach 16:00) machten wir uns sofort auf den Weg um die Westseite des Cap Corse zu finden. Der April ist für die Korsen noch Nebensaison und viele der Campingplätze sind noch geschlossen. Im Vorfeld hatten wir viele Plätze im Internet recherchiert die ab April geöffnet sein sollten. Wir lernten sofort am ersten Abend das dies nicht so war, denn Camping A Stella war geschlossen. Wir selbst hätten jederzeit unser Zelt aufstellen können, das Anhängerzelt von Andreas erforderte jedoch eine einigermaßen ebene Fläche. Wir hatten uns im Vorfeld auf Übernachtungen auf Campingplätzen geeinigt. Wir fuhren also wieder zurück nach Bastia, wo der nächste Campingplatz verzeichnet war. Auf dem Rückweg nahmen wir die alte Strecke über das Gebirgsmassiv am Cap Corse und hatten mit Defendern und Penham wesentlich mehr Spaß. Gut das wir im dunkeln nicht wirklich sahen wie es Links und Rechts rauf bzw. runter ging. Auf dem Camping San Damiano am Étang de Bigulia hatten wir frei Platzwahl und konnten die Zelte dann doch noch direkt am Mittelmeer aufschlagen.

07.04. – Am Cap Corse:
Der Platz San Damiano gefiel uns sehr und wir entschlossen hier erst einmal ein mehr oder weniger das Basislager aufzuschlagen. Von dort sollte der Norden der Insel erkunden werden. Nach dem Frühstück ging es auf Entdeckungstour am Cap Corse gen Norden entlang. Natürlich gegen den Uhrzeigersinn und damit immer an den Abgrund entlang. Wir machten dabei langsam und genossen die Ausblicke hinunter auf das Meer. Am Norden angekommen versuchten wir bis an das nördliche Insel Offroad vorzustoßen, landeten aber schlussendlich in einem Dead End. Zurück ging es ein Stück im Westen des Cap Corse bevor wir uns wieder in einer großen Schleife zurück zum Étang de Bigulia begaben.

08.04. – Désert des Agriates:
Wir hatten uns im Vorfeld ein Roadbook der Insel besorgt. Nachdem am Vortag der Versuch eine Piste zu finden in einer Sackgasse endete, ging es heute nach Plan ein wenig Offroad. Wir fuhren langsam rüber nach San Florent um dort einen Lunchbreak einzulegen. Saint Florent hat einen wunderschönen Hafen mit vielen Kneipen und Restaurants. Immerhin wird sind in Frankreich und Essen und Trinken wird fast nirgendwo mehr genossen als hier. Entsprechend der Lage waren die Preise hier ordentlich. Gestärkt machten wir uns zum Start der Roadbook Tour in die Désert des Agriates. Das Ende der Tour lag gleichzeitig auch der Campingplatz U Paradisu den wir für den nächsten Tag als mögliches Camp ausbaldovern wollten. Der Einstieg in die Piste war schnell gefunden und locker ging es über die ausgewaschenen Pisten in Richtung U Paradiso. Offroadtechnisch nicht anspruchsvoll für unsere Defender, machten wir gute Fortschritte. Der Campingplatz am Ende der Piste schien geschlossen. Mit Händen und Füßen versuchten wir uns mit dem Platzwart zu kommunizieren. Wir würden hier dann wohl doch nicht Gäste werden. Nach ein wenig Chillen am Strand ging es langsam zurück ins Basiscamp.

09.04. – Landeinwärts:
Nach 2 Nächten auf dem San Damiano sollte es nun aber weitergehen, wir wollten doch noch mehr  von der Insel sehen. Wir fuhren auf in Richtung Südwest in Richtung des geografischen Zentrums von Korsika. Als Fernziel hatten wir uns den Monto Cinto als gesetzt, denn entlang der Straße dorthin lagen einige vielversprechende Campingplätze. Die Ganze vorbereitet war wieder für die Katz, den die anvisierten Campingplätze hatten geschlossen. Stattdessen konnten wir auf einem neuen Platz, der noch nicht auf den Karten verzeichnet war, unterkommen. Wir ließen es dabei bleiben und genossen die Natur und füllten unsere Vorräte in Ponte Leccia.

10.04. – Auf zum Monte Cinto:
Unser Nachtlager lag direkt an der D147, die direkt zur Bergstation am Monte Cinto führte. Gemächlich mit aller Zeit der Welt machten wir uns auf den Weg und genossen die spektakulären Aussichten, die sich immer wieder Entlang des Weges boten. Flora und Fauna boten ebenso Abwechslung. Auf der Bergstation angekommen war uns allerdings nicht mehr viel nach Wandern. Trotz Sonnenschein blies ein Kalter Wind vom Berge und nach einer kleinen Brotzeit machten wir uns zurück zum Übernachtungsplatz. Kurz vor Ende des Tagesausfluges genossen wir in einem Bergdorf einen weiteren – für Südfrankreich – typischen Pastis. Hier in Asco hatten wir wohl den Besten während unseres Urlaubs.

11.04. – Roadbook, Corte:
Heute wollten wir Corte mit seiner alten Festung besuchen. Irgendwann in der Geschichte Korsikas war Corte ein mal die Hauptstadt. Ein bisschen vom feinen Kolonialstil in der malerischen Altstadt mit seinen Ecken und Winkeln ist sogar erhalten geblieben. Die Szenerie ist auf jeden Fall immer wieder sehenswert. Nach dem Lunch ging es dem Roadbook nach im Nordwesten von Corte die D81 entlang, an deren Ende ein Staudamm dem Flüsschen Le Golo ein wenig Strom ab gewann. Der Betonklotz in der Schlucht ist sicherlich nicht schön, kann aber mit dem Wagen befahren werden. Hinter dem Damm ging es dann auf Pisten die Berge hoch und wir genossen oben angekommen schöne Panoramen und schneebedeckte Gipfel. Während wir zum Lunch unten in Corte noch einen Schatten-platz suchten um nicht zu dehydrieren, waren hier oben doch lange Klamotten Pflicht. Die Tour endete für uns am Nationalpark. Wir respektierten wie immer die Regeln und befuhren das Naturschutzgebiet nicht mit unseren Fahrzeugen. Uns waren entlang des Bergpasses schon die vielen Raubvögel aufgefallen, die über uns kreisten. Allerdings sahen wir erst auf dem 2. Blick, das die Vögel nicht wegen uns oder einer tollen Thermik dort kreisten. Irgendwer hatte entlang des Weges Fleischerabfälle entsorgt. Wird fanden halbe Spareribbs und Teile von Kuh und / oder Schaf. Die Road of Bones von Corse also. Offenes Feuer ist auf Korsika strengstens verboten. Wir nutzen die Möglichkeit auf dem Campingplatz um unseren Grill zu befeuern.

12.04. – Tapetenwechsel:
Strecke machen war angesagt. Wir genossen Land , Leute und die Gesellschaft in unserer netten Truppe. Vom Fleck kamen wir aber auch nicht wirklich. Ehrgeizig wie wir nun mal sind hatten wir uns Ajaccio als Tagesziel gesetzt. 150KM klingen nicht viel, aber bei den vielen Serpentinen rauf und runter mit dem Penman am Haken dauert es seine Zeit. Zudem sollte auch noch ein schöner Platz südlich von Ajaccio gefunden werden. Andreas liebt Reptilien und besitzt selbst ein paar Schlangen. Also mussten wir bei Ajaccio vorher noch in den Schildkröten Zoo. Putzig die kleinen Kerle, auch wenn man eigentlich nicht viel dafür übrig hat. Der Campingplatz dann war Spitze und besser als beschrieben, allerdings war man mit der Sanierung der sanitären Anlagen noch mitten dabei. Wir entschieden uns weiter nördlich und näher von Ajaccio einen Platz zu suchen. Ajaccio sollte das Nizza das Insel sein, mussten wir also sehen. Zum Dinner sollte heute dann mal ordentlich fein in der Altstadt gegessen werden.

13.04. – Schnee im April:
Der Beifahrer wollte den heutigen Tag einmal Ruhe genießen und sich an der mitgebrachten Lektüre vergehen. Wir Jungs machten uns auf den Weg in die Berge um ein bisschen Offroad zu fahren. Ziel der Tagestour sollte der Col de Scallela sein. Auf dem Weg dorthin wechselte die Insel mal wieder komplett ihr Gesicht und wir hatten das Gefühl durch Dicht bewachsene Tropenwälder zu fahren. Vom Nadelgehölz die Tage  zuvor war keine Spur mehr. Der Einstieg zur Piste war schnell gefunden und wir kämpften uns mit Untersetzung den Bergpfad herauf. Außer ein paar Pferden und (Wild-)Schweinen hatte sich niemand auf Pass verirrt. Das Wetter war echt Mies und es sah nicht so aus als ob es besser werden sollte. Als die Sichtweiten teilweise nicht mal mehr 20 m betrugen trafen wir zu guter letzt auch noch auf Schneereste des Winters. Die Schneebretter machten es uns unmöglich und zu gefährlich den Weg fortzusetzen. Trotz Schritttempo zog die Schwerkraft unsere Defender auf der Eisplatte unter dem Schnee umgehend bergabwärts. Im dicksten Nebel machten wir den Berg wieder herunter. Auf dem Campingspot konnten wir heute Abend die Murikka ausprobieren.

14.04. – Zurück in den Norden:
Die Zeit verging wie im Flug und wir mussten uns langsam auf den Rückweg machen damit wir die Fähre in Bastia erreichen konnten. Wir entscheiden uns die Küste entlang im Uhrzeigersinn gen Norden zu fahren. Der Karte nach ging die D81 mehr oder weniger die Küste entlang und versprach schöne Aussichten. Wir wurde diesbezüglich auch nicht enttäuscht und hatten voraus oder im Rückspiegel herrliche Panoramen von Insel und Meer. Egal ob Motorrad oder Porsche: Auch mit dem Defender machte das Räubern in den Serpentinen wahnsinnig viel Spaß. Wir fuhren bis L’Île-Rousse. Auf der Suche nach einem Campingplatz entschieden wir uns wieder ein paar KM zurück nach Algajola zu fahren. „La Camping de la Plague“ war direkt am Meer und wieder hatten wir freie Auswahl bei der Stellplatzwahl. Des Nächtens allerdings ging mal ordentlich der Wind, weswegen Andreas und Roman die bisher nicht benötigen Leinen am Zelt festmachen mussten. Das Savannah Anhänger Zelt drohte vom Winde verweht zu werden …

15.04. – Ruhetag:
Den heutigen Tag wollten wir dann noch einmal genießen und so relaxten wir im Schatten der parkänlichen Anlage. Wir schmökerten ein wenig in den Büchern. Mit einem Auto fuhren wir ein wenig durch die Stadt um die Kühlboxen für  das Dinner zu füllen, mehr passierte an diesem Tag jedoch nicht. Einfach mal keine Pläne und Ziele zu haben gehört auch dazu …

16.04. – L’Île-Rousse:
Während Andreas und Roman es sich heute mal ordentlich Offroad geben wollten, entschlossen wir uns L’Île-Rousse und das Umland ein wenig zu erkunden. Die Stadt ist meinem für Korsika typischen Marktplatz versehen und die viele Kaffees Dort laden zum verweilen ein. Wir erwanderten die Île de la Pietra bevor wir uns ins Umland fuhren. Schon vom Camping aus hatten wir das Bergdorf Sant’Antonino ausgemacht. Oben angekommen hatten wir einen herrlichen Ausblick über die Region. Die Gassen des Dorfes sind eng und verwinkelt und nur zu Fuß begehbar. Lt. Aussage des Reiseführers hat die Familie von Laetitia Casta hier ihre Wurzeln … Etwas weiter im Norden folgte ein Besuch im Parc de Saleccia – ein kleiner aber sehenswerter botanischer Garten. Wir trafen uns Abends wieder in Algajola. Die beiden Jungs hatten Spass und ordentlich Schrammen in den noch frischen Lack des neuen Defenders gemacht. Und weil die Insel dann so klein ist: Auf einem Track im nirgendwo haben die beiden Nole mit seiner Truppe von Nole-Adventure getroffen, der ja auch auf der Insel unterwegs war. Hätten sie keine Sticker mitgebracht hätten wir es ja fast nicht glauben wollen …

17.04. – Désert des Agriates II:
Die gestern von Andreas und Roman gescoutete Strecke sollte uns nicht vorenthalten bleiben uns so machten wir uns noch einmal auf die Weg in die Désert des Agriates. Mit softem Offroad ging es durch die Berge und unseren Lunch verbrachten wir im nirgendwo an einem einsamen Strand und türkisfarbenem Wasser. So sollte es sein.
Zurück in Algajola hatten wir uns für das Dinner eine Pizzeria am Strand rausgesucht. Leider geschlossene Gesellschaft! Grade als wir wieder gehen wollten winkte man uns dann doch herein und wir bekamen in unzähligen Gängen kleinere Häppchen von den Köstlichkeiten der Insel. Gut das wir hier geblieben waren.

18.04. – Zurück nach Bastia:
Morgen ging die Fähre zurück ins Festland. Wir machten uns also langsam auf den Weg in Richtung Batia und genossen einfach Land und Leute auf dem Weg dorthin. Die letzte Nacht verbrachten wir wieder im Étang de Bigulia.

Rückreise:
In Livorno angekommen hieß es Farewell und Danke für die schöne Zeit. Andreas und Roman machten sich über den San Bernadino in Richtung Prag auf den Weg, Wir fuhren über den Gotthard in Richtung Freiburg um dort noch einen Boxenstopp bei einem guten Freund einzulegen.

Korsika mit vielen Gesichtern. Mediterraner Flair, wunderschöne historische Altstädte, dazu neue Metropolen wie Ajaccio, dann wieder Berge und auf einmal fast tropische Wälder. Nur ein paar Kilometer weiter dann wieder nur Wüste wo nur ein paar Büsche wachsen. Wir kommen auf jeden Fall wieder um den Süden zu erkunden. Und gerne wieder im April, wenn noch keiner üblichen Touristen auf der Insel unterwegs ist.

 

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