Blockaden und Geräusche

Des Rätsels Lösung benötigte mehr als 4 Wochen und über 1000 km an Fahrstrecke.

Eines schönen milden Frühlingsabends auf dem Rückweg von der Arbeit rollten wir langsam an eine rote Ampel, als mit einem heftigen Schlag alle 4 Räder blockierten und die Fuhre unsanft zum stehen kam. Nach dem Schreck erneutes, vorsichtiges Anfahren und überraschender Weise keine Geräusche oder weitere Blockaden. Seltsam. Daheim angekommen folgte der Anruf beim ADAC und die Bitte das Fahrzeug nach Hildesheim zur Werkstatt unseres Vertrauens zu schleppen, irgendetwas musste ja sein.

In der Werkstatt dann Ablassen diverser Flüssigkeiten aus Getrieben und Differentialen sowie endoskopische Untersuchungen – alle ohne Befund. Nach über 250 Testkilometern, mit einmal kurzfristig mit nicht zu lokalisierendem Geräusch, war kein Fehler am Fahrzeug diagnostizierbar. Wir trafen die Entscheidung den Defender wieder abzuholen und normal zu nutzen. Wenn denn etwas defekt wäre würde es sicherlich bald erneut auftreten. Bei der Pendelei zur Arbeit gab es hier und da noch mal einen Schlag, aber keine Blockaden. Wir entschieden sogar das lange Osterwochenende an der Ostsee mit dem Defender zu fahren.

2 Tage nach dem langen Wochenende stellten sich dann unverhofft – aber glücklicherweise – permanente Schläge und Geräusche ein. Es knallte derart heftig, das eigentlich Öllachen und Ritzelteile unter dem Auto erwartet wurden. Aber nichts dergleichen … Eine Diagnose sollte nun also möglich sein und das Fahrzeug ging erneut nach Hildesheim. Beim erneuten Wechsel der Flüssigkeiten konnte das vordere Differential als Übeltäter identifiziert werden.

Wie schon lange geplant sollte in der Vorderachse ein automatisch sperrendes Torsen-Differential von Ashcroft Transmissions verbaut werden, sollte das Original einmal ausfallen. Das ATB sperrt automatisch bei unterschiedlichen Raddrehzahlen an der Achse. Es müssen keine Druckluftleitungen, Kompressoren und Schalter zum Sperren verbaut werden. Zudem sperrt das Differential nur zu 80%, damit ist das Risiko von abgerissenen Homokineten oder abgedrehten Steckachsen und Radmitnehmern minimiert. Für den Hardcore Offroad Einsatz ist eine manuelle 100% Sperre sicherlich besser geeignet aber bleiben wir mal ehrlich: Es ist und bleibt ein Reisedefender, auch wenn wir regelmäßig Herausforderungen im Gelände suchen.

Sahara Desert Adventure 2014

Nach den wunderbaren Eindrücken im letzten Jahr sollte es auch in diesem Jahr über Weihnachten und Sylvester in die Sahara gehen. Wüste Pur mit Ecki runter bis zum See, Star Wars kann man ja eben besser in 3D und Dolby Digital im Kino schauen. So der Plan.

Krankheitsbedingt mussten wir jedoch zuhause bleiben. Dies hat allerdings auch Vorteile, denn nach einem ziemlich stressigen Jahr bleibt nun die Zeit um endlich das Videomaterial vom Desert Adventure 2014 zu schneiden.

Hier der Link zum Reisebericht
Hier der Link zum Youtube Channel

In 2016 sind wir irgendwann wieder Fit und werden einen neuen Anlauf starten. Bis dahin viel Spaß mit dem Clip

Pandoras Büchse 2

Nach ca 1500 km heute erneuter Stop in der Werkstatt unseres Vertrauens. Zur Erinnerung: Beim Wechsel der Kupferdichtungen an den Einspritzdüsen waren Ablagerungen am Kipphebel und der Nockenwelle aufgefallen (Link).

Nun Entwarnung: Ablagerungen waren so gut wie nicht mehr vorhanden. Es muss also davon ausgegangen werden, das die Chrom Beschichtung des Kipphebels defekt war und zu den Ablagerungen geführt hat. Der neue Kipphebel selbst ist Top und die Ablagerungen an der Nockenwelle sind nun so gut wie nicht mehr fühlbar. Es besteht vorerst also kein Anlass eine weitere kosten-spielige Sanierung.

Landrover Fahrsicherheitstraining

Nach wie vor ist uns allen ja kein Berg zu steil, kein Loch zu tief und für das was nicht geht, gibts schließlich Winden, Bergegurte, Sandbleche uns sonstiges Zubehör. Mehr oder weniger regelmäßig wird sich in Fahrgeländen getroffen, um das Offroad fahren zu trainieren bzw. das Equipment auszuprobieren. Viele sind im Defender täglich unterwegs. Andere legen für ein Abenteuer auf Island oder eine Expedition in den Karpaten etliche tausende Kilometer auf normalen Autobahnen und Straßen zurück. Wie verhält sich ein Defender denn nun bei Nässe und rutschigen Untergründen? Hat der permanente Allradantrieb nun ein Übersteuern oder Untersteuern zu Konsequenz? Wie verhalten sich die unkaputtbaren Mud Terrain Stollenreifen bei Nässe? Wie viele Sorgen muss man sich denn nun wirklich wegen des hohen Schwerpunkts machen? Wo ist überhaupt der Grenzbereich bei dem Auto? Wie kündigt er sich an und was passiert wenn mein einmal darüber hinaus ist? All diese Fragen führten zu der Idee, mit dem Land Rover Defender an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen.

Wer wollte uns denn nun mit unseren Opferanoden überhaupt haben? Idealerweise bot sich für uns der ADAC an, der in Hannover Laatzen ein 17ha großes Fahrgelände betreibt. Auf dem Gelände sind diverese „Module“ vorhanden, in denen bestimmte Gefahren- und/oder Alltagssituationen simuliert werden können. Sogar ein kleiner Offroadparkour ist vorhanden. Im Programm des Fahrsicherichtszentrums Hannover sind diverse Trainings enthalten. Auf unsere Anfrage hin erhielten wir ein positives Feedback vom ADAC. Scheinbar war man gespannt auf eine Teilnehmergruppe dediziert bestehend aus den britischen Offroad Ikonen. Nach etwas Beratung entschieden uns für ein ganztägiges PKW-Intensiv-Seminar. Damit sollten wir beinahe jede Alltagssituation einmal simulieren können. Kostentechnisch lag das Seminar bei EUR 187 im Gruppentarif pro Fahrer mit Defender, inklusive eines Mittagessens. Aus der Stammtisch Gruppe heraus wurde der 14.11. als Termin für die Veranstaltung gewählt. Die maximal 12 möglichen Teilnehmer wurde aus dem Bekannten- und Freundeskreis der Teilnehmer gefüllt.

Wie ist die Veranstaltung nun gelaufen? Nach einen kleiner Vorstellungsrunde und Vorstellung des FSZ Hannover selbst wurden Funkgeräte verteilt und es ging auf das Gelände. Zunächst wedelten wir Slalom um ein paar Kunstoffhütchen. Dabei haben einige herausgefunden, das die Sitzposition im Auto noch nicht optimal eingestellt war. A-typisch für einen Defender waren schnelle Richtungswechsel und schnelle Reaktionen gefragt. Aufrechtes Sitzen hilft hier sehr viel. Anschließend wurde Bremsen geübt. Ja wirklich geübt. Es ging darum den maximalen Bremsweg insgesamt des eigenen Fahrzeuges zu erkennen. Nachdem dann bei den Teilnehmern auch alle Bedenken „voll in die Eisen zu steigen“ genommen waren, ging es den Rest des Tages in das Training von Alltagsituationen wie „Bremsen und Ausweichen vor plötzlich auftretenden Hindernissen“ , „Abfangen des Fahrzeuges bei Untersteuern in Kurven“, „Grenzbereich auf Kreisbahn“ finden oder „Bremsen und ausweichen auf rutschigen Untergründen“.

Fazit: Wir hatten einen Heidenspaß! Auch Ansätze von dynamischen Fahrmannövern sind mit einem Defender ohne weiteres möglich und machen sogar Spaß. Erkenntnisse:

  • Eine optimale Sitzposition ist wichtig um in Gefahrensituationen optimal reagieren zu können.
  • Zumindest bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h unterscheidet sich der Bremsweg des Defenders nicht wirklich von anderen Fahrzeugen.
  • Untersteuern kündigt sich auf der Vorderachse an, bevor er über beide Achsen weiter ins Kurvenäußere schiebt.
  • Wie erwartet sind grobstollige MT Reifen im Handling schlechter. Allerdings sind Unterschiede nur auf rutschigen Untergründen eklatant
  • Der Defender schlägt sich auf Winterreifen ordentlich
  • uvm …

Ebenfalls eine Erkenntnis: Trotz der hohen Schwerpunkte der Defender gab es keine brenzligen Situationen beim Training. Auch wenn ein rutschendes Auto einmal wieder Grip über die Reifen erzeugen konnte, sind die Aufbauten nicht wesentlich ins Wanken gekommen. Insofern konnten die Erfahrungen im Anschluss an das Training die Bedenken der Teilnehmer verringern. Auch diejenigen die vorab meinten bereits Fahren zu können, haben etwas mitnehmen können.

Es lohnt sich also, neben einem Offroad-Fahrtraining auch einmal ein normales Fahrsicherheitstraining zu absolvieren. Hier kann jeder etwa mitnehmen.

Die Büchse der Pandora

Kilometerstand 217.000 … läuft soweit. Bis hier und da im kalten Zustand mal Ansätze eines Turbolochs und dazu auch noch mal ein Ruckler unter Volllast. So langsam beginnen die Wehwehchen des Alters.

Was also gibt es wegen eben beschriebener Symptomatik beim TD5 Motor zu tun? Die üblichen Verdächtigen prüfen: Zuerst einmal Öl im Kabelbaum. Alles gut, der ist Trocken. Des weiteren der Luftmassensensor: Ebenfalls perfekt, er liefert normale Werte. Der nächste Punkt: Wastegate-Ventil am Turbo klemmt. Auch hier keine mechanischer Widerstand am Gestänge, es bewegt sich frei wie am ersten Tag.

Kommen wir also zu anderen Dingen, die irgendwann im Leben eines TD5 Motors egal ob 10P oder 15P gewartet werden müssen. Kupfer- und O-Ringe an den Einspritzdüsen. Beide Teile ERR7004 und ERR6417 sind zusammen ca. EUR 30 für alle 5 Düsen zu haben. Dazu vielleicht 2h Arbeit um den Deckel abzunehmen und die Teile auszutauschen … Macht das mal bitte, denn die Symptome sind damit auch erklärbar.

Die Kupferdichtungen unter den Einspritzdüsen waren „kurz-vor-durch“, die Wartung somit also Just in Time. Nicht so schön: An Zylinder 4 Einlaufspuren an der Nockenwelle und korrespondierendem Kipphebel. Pandoras Büchse ist somit geöffnet.

Ist nun lediglich die Beschichtung am Kipphebel beschädigt oder ist es die der Nockenwelle  oder sogar beides? Erstmal einen gebrauchten Kipphebel montiert und wieder zusammengebaut. Nun fahren wir eine Tankfüllung und prüfen dann, was genau getauscht werden muss. Das gute an der Sache: oben vom Motor wird das Motoröl direkt zurück in die Wanne geführt. Der Abrieb sollte also keine weiteren Schäden hervorgerufen haben und hängt hoffentlich am Magneten der Ablassschraube. Neues Motoröl und einen Satz neuer Filter gibt es dann beim nächsten Service also auch.

LRONLY2015

Verspäteter Blogeintrag #2 in diesem Jahr: LRONLY Meeting 2015 in Drawsko Pomorskie, Polen.

Im Juli 2015 fand das 6. Landrover Treffen LRONLY auf Europas größtem Truppenübungsplatz bei Drawsko Pomorskie statt. Wir hatten in der Vergangenheit davon bereits Wind bekommen und wollten unbedingt daran teilnehmen.

Der Job verhinderte leider bei allen eine rechtzeitige Abfahrt in Richtung Drawsko. Zudem besteht seit einiger Zeit auch auf polnischen Autobahnen Mautpflicht. In der nordwestlichen Ecke Polens um Stettin trifft dies zwar nur für wenige Kilometer zu, aber die Betreiber der Mautanlagen dort bestehen auf elektronische Transponder. Für diesen mehr oder wenigen einmaligen Besuch waren wir nicht gewillt ein solches Gerät zu beschaffen. Also umfuhren wir das Gebiet großräumig. Irgendwann kurz nach Mitternacht trafen wir auf dem Gelände ein, hellwach von den vielen Wildwechseln auf den letzten Kilometern. Das Zelt war schnell aufgebaut und irgendwann traf dann auch Andreas mit seinem Defender auf dem Gelände ein. Nachdem wir sein Trailerzelt aufgebaut hatten fielen alle totmüde gegen 02:00 morgens ins Bett.

Am Samstag morgen checkten wir uns nach 0.5l doppeltem Espresso zunächst bei der Veranstaltung ein. Während wir Aufkleber, Lanyard und T-Shirt von der Veranstaltung erhielten, begann auf der großen Bühne auch schon das Fahrer-Briefing. Wir sammelten das Roadbook pro Fahrzeug ein und machten uns so gleich auf den Weg. Frühstücken wollten wir dann irgendwo auf der Strecke.

Das Roadbook war ordentlich mit Wegpunkten gefüllt.  An schwierigen Hindernissen war jeweils eine „Sport“ Weg und die Umfahrung für Touristen beschrieben. Da wir uns gleich zu Anfang auf die Strecke begaben, war an diesen Wasserlöchern ein entsprechend großer Andrang. Wir hatten somit genügend Zeit uns zu orientieren und die Sport Strecken zu scouten. Im großen und Ganzen konnten wir die Wasserlöcher mit entsprechend  Umsicht durchfahren, ohne den Dampfer zu versenken.

Die Veranstaltung war insgesamt sehr gut durchorganisiert und muss sich bei weitem nicht hinter den bekannten nationalen Events verstecken. Neben den aufwändig ausgearbeiteten Roadbooks war für leibliches Wohl gesorgt. Am Abend sorgten Live Bands für entsprechendes Entertainment.

Auch in Polen weiss man ordentliche Overland Vehikel aufzubauen, auch wenn hier eindeutig eine Tendenz in Richtung Discovery 2 zu erkennen ist. Die Vielzahl an Aufklebern auf den Fahrzeugen lässt vermuten, das Fahrzeug und Fahrer viele Geschichten von etlichen Fernreisen zu erzählen hatten. Was nicht in Englisch oder Deutsch möglich war, konnte immerhin mit Händen und oder Füßen deutlich gemacht werden.

Nach ordentlichen 60 Roadbook Kilometern trafen wir am Samstagabend wieder im Basecamp ein. Die Veranstaltung startet am Donnerstag und bietet an jedem Tag ein unterschiedliches Roadbook. Für 2016 steht also definitiv ein Besuch der kompletten Veranstaltung an, denn das Gelände um Drawsko Pomorskie im polnischen Outback sucht seinesgleichen. Die Website der Veranstaltung, www.lronly.pl, ist derzeit nicht erreichbar, wir hoffen jedoch das im nächsten Jahr die 7. Auflage dieser Veranstaltung geben wird.

Nach einem ordentlichen Frühstück machten wir uns am Sonntag zurück auf den langweiligen Heimweg über die Autobahnen. Nach einigen Kilometern Asphalt wurde sehr schnell klar, das die Längslenker Buchsen am Defender von Andreas durch das harte Terrain am Wochenende vollkommen ausgeschlagen waren. Die 600+ KM nach Prag mit dem Penman am Natohaken waren somit alles andere als einfach. Zudem war es auch mehr oder weniger grob Fahrlässig, eine solche Strecke mit dem schlingernden Gespann anzugehen. Wir riefen also bei Holger von Erlebnis-Offroad in Berlin an und fragten ob wir die Ersatzteile an einem Sonntag aus dem Lager holen konnten. Dankenswerterweise erklärte sich Holger bereit die Teile und , da er eh vor Ort war, seine Werkstatt zur Reparatur zur Verfügung zu stellen. Schön wenn das Netzwerk funktioniert.

Season Final 2015

Damals 2012: Mit dem frisch aufgebauten Defender machten wir uns auf den Weg zum großen Offroad-Training nach Jänschwalde. An diesem schönen Wochenende im März 2012 haben wir eine Menge über Offroaden gelernt. Es hat sich aber auch eine Truppe zusammengefunden, deren Freundschaft mittlerweile über das Fahren im Gelände hinaus geht.

Nach 2013 hatten wir es erst in diesem Jahr wieder geschafft, uns in MSZ Jänschwalde für ein Wochenende zu verabreden. Natürlich sind wir auch Offroad unterwegs gewesen, das gesellige Beisammensein in der Pension stand jedoch im Vordergrund.

Vollkommen unvorhergesehen wurde im Defender mit den wenigsten Kilometern in der Gruppe das Protokoll zur Selbstzerstörung des hinteren Differentials initiiert. Auf gerader Strecke ohne wesentliche Last zerstörte es sich irgendwann von selbst. Auf festem Untergrund angekommen bauten wir Steckachsen und hintere Kardanwelle aus dem verunfallten Defender aus. Somit war wenigstens die Heimreise auf eigener Achse 2 WD möglich.

Ein gelungene Alternative zum Abenteuer Fürstenau, das in diesem Jahr nicht stattfinden wollte. Und wenn Engel reisen ist auch immer schönes Wetter :) Eindrücke:

#Lostiniceland 2015

im August 2015 haben wir die Trollen und Elfen auf Island besucht und in 14 Tagen insgesamt knapp 3000 km allein auf der Insel zurückgelegt.

Der Landy hat bis auf ein paar durchgerüttelte Lampen gehalten.  Einen ausführlichen Reisebericht mit ein paar Fotos gibt es hier:

Reisebericht #LostinIceland2015

Windenseile spleißen

Im letzten Jahr hat der Defender eine Winde bekommen. Tatsächlich haben wir die Winch bisher nur benötigt um andere zu bergen, aber man weiss ja nie was so alles passiert …

Von Anfang an war klar, das mit dem riesengroßen Windenhaken etwas passieren musste. Dieser ist einfach nur störend bei aufgewickeltem Seil und reibt über kurz oder lang die Beschichtung am Tubular Bumper runter. Darüber hinaus ist die Fixierung des Hakens an anderen Fahrzeugen ohne gescheiten Bergepunkt schwierig. Zudem habe ich noch keinen Windenhaken gesehen, bei dem nicht über kurz oder lang der Verschluß des Hakens ausleiert. Nicht immer kann in graden Winkeln geborgen werden und über kurz oder lang verbiegt der Verschluss bei der Nutzung von zusätzlichen Bergegurten, denn die Schlafen der Bergegurte passen fast nie in den Haken …

Abhilfe schafft ein Factor55 Prolink Shakle anstelle des normalen Windenhakens. Der Shakle ist aus einem massiven Aluminium Stück gedreht. Mit normalen Schäkel können Bergegurte etc hier sauber fixiert werden. Ein Abscherstift aus Titan sichert Bergungen mit maximal 16000 Pfund (ca. 7 Tonnen). Der Shakle wird bei eingezogenem Seil einfach am Seilfenster der Winde festgeklemmt und ist damit immer sicher befestigt.


Für die Montage des Prolink Shakle mussten wir lediglich eine neue Rohrkausche beschaffen, die stark genug für das 12mm Windenseil ist und schlank genug, um durch das Seilfenster zu passen.

In diversen Youtube Filmchen kann man sich anschauen, wie Windenseile einfach mit Cutter, ein wenig Ducktape und einem Edding neu gespleißt werden. Abgesehen vom Gewicht und der fehlenden Dehnung unter Last gegenüber einem Stahlseil ist auch immer Argument für Synthetik Dyneema Windenseile, dass dieses im Feld repariert und gespleißt werden können, sofern diese doch einmal reißen sollten. Unser Seil war nun 6 Monate in der frischen Luft, hat vielleicht 20 Bergungen ertragen müssen und war soweit noch gut in Schuß. Wir haben lernen müssen, dass ein Spleißen des Seils wie in den Filmen gezeigt mit einem gebrauchten Seil schlichtweg nicht möglich ist. Die kleinen gerissenen Fasern verhindern einen sauberen Spleiß mit den genannten Werkzeugen. Das offene Ende des Seils ließ sich ums verrecken nicht durch den Seilkern ziehen.

Glücklicherweise wohnen wir in der Nähe von Braunschweig, wo die Firma Seilflechter seit mehreren Generation ihren Stammsitz hat. Freundlicherweise hat man uns hier gezeigt, wie man mit Hilfe von passenden Tools ein Seil neu gespleißt bekommt. Die Sache war in 2 Minuten mit der Nutzung einer Spleißnadel erledigt. Auch hier mussten wir mit 2 Mann ordentlich ziehen, aber immerhin konnte wir die Rohrkausche sauber ans Ende des Windenseils spleißen. Dankeschön. Der Einladung auf einen Kaffee bei der Abenteuer Allrad sind wir auch nachgekommen, dort haben wir uns dann den Satz Spleißnadeln eingepackt.

Fazit: Ein Dyneema Windenseil im Feld reparieren ist nur mit Spleißnadel möglich da Schmutz und gerissene Fasern einen sauberen Spleiß verhindern. Also Spleißnadeln einpacken und das Seil selbst nach einem Einsatz immer schön sauber halten.

PS: Der alte Windenhaken mit Rohrkausche ist immer noch zu haben :)

Land Rover Highland Meeting 2015 (CZ)

Über unseren Freund Andreas aus der tschechischen Republik waren wir zum Landrover Highland Meeting 2015 eingeladen worden. Das Meeting ist quasi das Gegenstück zur Abenteuer Fürstenau oder den Landyfriends Adventure Days, da es aus der tschechischen Land Rover Community unter Landroverforum.cz geboren wurde. Normalerweise hat hat unser Freund immer die längste Anreise, warum als nicht einmal anders herum und wir kommen vorbei?

Das Meeting wurde auf dem Gelände einer ehemaligen russischen bzw. tschechischen Kaserne im Örtchen Jhilavad ausgetragen, ungefähr 100km südöstlich von Prag. Wir machten uns am Freitag im Convoi auf den Weg und erreichten Prag am Abend. Dort angekommen, entschieden wir uns dort zu übernachten und ließen uns noch ein wenig die Stadt zeigen (wann ist man schon mal dort). Am nächsten Morgen ging es dann früh in Richtung Jihlavad. Wir waren mit 3 Landys angereist. Zu uns stieß noch ein weiterer Freund aus Prag und so machten wir uns mit 5 Landys auf den Weg ins Gelände.

Wir erschienen mehr oder weniger pünktlich zur offiziellen Eröffnung des Festivals. Auf dem Programm stand eine ordentliche Roadbook-Tour sowie ein Trail Parcour. Wer für Challanges nicht motiviert war konnte nach belieben auf dem Gelände von vielleicht 30ha selbst spielen gehen. Die Organisation des Events wurde im wesentlichen durch cestOFFKA auf die Beine gestellt, einem tschechischem Reiseanbieter wie hierzulande TC Offroad oder NOLE Adventure. Die Orga war äußerst professionell und während der Einweisung zur Roadbook Tour waren mehrere Kamera Teams vor Ort und Drohnen in der Luft. Es ist also ein schönes Video zu erwarten. Neben unseren Fahrzeugen waren auch etliche ordentlich aufgebaute Defender und Discovery vor Ort.

Wir entschlossen uns zur Teilnahme an der Roadbook Tour. Roman und Roman bildeten ein Team aus der Gruppe, wir anderen bildeten ein 2. Team. Das Roadbook forderte das Lösung von Rätseln im Umland, Navigation und auch Teambuildung Aufgaben wie das Bauen von Schneeschuhen, abseilen über einen Canyon standen mit auf dem Programm. Blöd an der Sache: Wir verstanden kein einziges Wort tschechisch aus dem Roadbook und irgendwie waren wir auf das Übersetzungstalent unserer Freunde angewiesen. Wir gingen die Sache also locker an der Tatsache bewusst, nicht alle Aufgaben zu 100% erledigen zu können. Trotz des mehr oder weniger Dauerregens hatten wir einen schöne Zeit.

Andreas hatte noch ein paar Freunde mit auf das Gelände eingeladen, die sich bisher mit der Thematik noch nicht auseinander gesetzt hatten und einfach nur mal mitfahren wollten. Kurzerhand wurden die Freunde auf die Autos verteilt und über das Gelände chauffiert. Es kann davon ausgegangen werden, das wir den Virus weitergegeben haben ;).

Das Gelände hatte keine wirklich schlimmen Stellen, einige Passagen waren jedoch extremst verschlammt und es war klar das hier nur mit Winch ein durchkommen war. Wir um fuhren diese Stellen und blieben doch lieber bei den fahrbaren Pfützen und waren wie immer extrem vorsichtig. In einem Wasserloch mit reichlich viel lockerem Sediment gab es für die Feuerwehr von Roman dann leider doch kein vorankommen mehr, und wir mussten den Defender rückwärts aus dem Loch ziehen. Der Motor war in der Pfütze letztlich auch abgestorben, die alten V8 mögen einfach kein Wasser bzw. Feuchtigkeit. Noch neben der Pfütze im Nieselregen machten wir uns daran, die Feuerwehr trocken zu bekommen um den Motor wieder starten zu können. Dies Gelang dann auch, allerdings wollte die Öldrucklampe im Defender nicht ausgehen. Der Check des Ölstands verhieß nichts Gutes, der Pegel war deutlich erhöht als zuvor. Irgendwie musste also Benzin oder noch schlimmer Wasser ins Öl gekommen sein. Um den Motor nicht zu schrotten entschieden wir einen Ölwechsel im Feld durchzuführen. Während der eine Roman zum Baumarkt fuhr um 8 frische Liter Öl zu organisieren, machten wir uns mit dem anderen Roman daran, das Öl aus dem Auto zu bekommen und weitere Forensik zu betreiben. Leider bewahrheiteten sich die Befürchtungen: Das abgelassene Motoröl sah aus wie Plörre die in den Pfützen selber stand. Vermutlich waren Siebe, Ölpumpe selbst und vieles andere im Motor versandet ein Neustart des Motors zu gefährlich. Der gehört nun erst einmal ordentlich gereinigt …

Unsere Fahrgäste bekamen das alles mit und waren von dem Teamwork und unserer lockeren Truppe sichtlich beeindruckt. Als Dankeschön für die Fahrgelegenheit wurden wir auch so gleich zur Übernachtung eingeladen, es wäre nur ein paar Kilometer weit weg und da der Dauerregen auch nicht abzulassen schien nahmen wir die Einladung gerne an.

Während wir anderen am bzw. unter dem Auto lagen machte sich der andere Roman auf den Weg zur Siegerehrung der Roadbooktour. Gerade als die Reparaturversuche abgebrochen wurden, war auch die Siegerehrung vorbei. Kaum zu beschreiben das Grinsen von Roman: Team Roman und Roman hatten tatsächlich den 1. Platz gemacht und ordentlich die Veranstaltung gerockt. Also gleich mal ne Duftmarke gesetzt , eine klasse Sache !

Am Sonntag morgen machten sich 2 von uns von dort auf den Weg nach Prag, um den Trailer zur Bergung des havarierten Defender zu holen. Wir anderen machten uns ein wenig später um dann auf dem Gelände wieder zusammen zu treffen. Nachdem wir den Defender verladen hatten ging es zurück zu Andreas nach Prag. Die eine Hälfte blieb dort noch bis Pfingstmontag, wir selbst mussten wegen anderer Termine noch am Sonntag wieder zurück nach Deutschland.

Trotz des Wetters und dem Maleuer mit dem Defender V8 ein schönes Wochenende.

  • Highland 2016, wir sind dabei
  • Gastfreundschaft in CZ – unfassbar nett und offen
  • auch eine Pfütze mit einem Tiefgang von 40cm kann es in sich haben
  • es gibt noch andere Fahrgelände in der tschechischen Republik die wir demnächst dann wohl erkunden werden

Auf dem nächsten Highland Meeting soll es das Roadbook auch in Deutsch bzw. Englisch geben :)